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Streit Um Witz – Für Hauck & Bauer Erfolgreich
(c) Hauck und Bauer

Streit um Witz – Für Hauck & Bauer erfolgreich

Landgericht Köln verbietet bundesweit bekanntem Comedian per einstweiliger Verfügung die Verwendung des Hauck & Bauer-Cartoons „Hochbegabung“.

Innerhalb des aktuellen Programms eines bekannten deutschen Kabarettisten/Comedians hatte dieser eine Szenerie entsprechend der preisgekrönten Karikatur „Hochbegabung“ von Hauck & Bauer (2. Platz beim Deutschen Karikaturenpreis 2014) beschrieben und dann den nachfolgenden Text

„Nein, ihr Kind ist nicht hochbegabt. Sie sind einfach nur sehr, sehr dumm“

vorgetragen. Mit diesem Witz ging der Comedian auf Tour, nutze ihn in einem Hörbuch, trat damit unter anderem an prominenter Stelle im Fernsehen auf und flankierend war der Auftritt/Gag auch im Internet abrufbar.

Das wollte sich das Karikaturistenduo Hauck & Bauer aus Frankfurt/Berlin nicht gefallen lassen. Nachdem der Comedian einer außergerichtlichen Unterlassungsaufforderung nicht nachkam, erwirkten RENNER MORBACH Rechtsanwälte für Hauck & Bauer eine einstweilige Verbotsverfügung vor dem Landegericht Köln (Az. 14 O 209/16, nicht rechtskräftig). Gegen den bekannten Comedian wurde mit Beschluss vom 04.10.2016 unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 Euro gerichtlich angeordnet, zu unterlassen, den nachfolgend eingeblendeten Text

„NEIN, IHR KIND IST NICHT HOCHBEGABT. SIE SIND EINFACH NUR SEHR, SEHR DUMM.“

im Rahmen eines Comedy-Programms zu vervielfältigen bzw. vervielfältigen zu lassen, vorzutragen und/oder aufzuführen bzw. vortragen und/oder aufführen zu lassen, zu verbreiten bzw. verbreiten zu lassen, senden zu lassen bzw. öffentlich zugänglich zu machen bzw. öffentlich zugänglich machen zu lassen, wenn dies durch die Beschreibung des Settings/der Szenerie der nachfolgend eingeblendeten Karikatur (…) geschieht, wie durch die Aufführung des Comedy-Programms (…), die Verbreitung von Hörbuch-Aufzeichnungen des Programms (…),  die Fernsehausstrahlung des Auftritts des Antragsgegners in der ARD-Sendung (…) sowie die Auswertung im Internet, insbesondere unter den Links (…) erfolgt.

Diese Entscheidung des Landgerichts Köln ist noch nicht rechtskräftig und die vorstehende Information bildet den Stand der Dinge zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung ab. Die Gegenseite will die Entscheidung nicht hinnehmen.

Fazit: Immer wieder entstehen Streitigkeiten zum Thema „Witzeklau“. Hier ist der Urheber eines Witzes grundsätzlich nicht machtlos. Das Urheberrecht bietet ihm dann Schutz gegen Trittbrettfahrer, wenn der unerlaubt übernommene Gag selber ein Werk ist und somit die urheberrechtliche Schöpfungshöhe einer persönlichen geistigen Schöpfung aufweist. Dies ist dann der Fall, wenn der Witz etwas Besonderes ist und ein hinreichendes Maß an Individualität des Gags gegeben ist.

RA Burkhard Renner, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, RENNER MORBACH Rechtsanwälte

 

 

 

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