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RENNER MORBACH Gewinnen Plagiatsprozess

RENNER MORBACH gewinnen Plagiatsprozess

Landgericht Köln verbietet österreichischem Künstler plagiierende Nutzungen von Lichtbildern eines Fotografen.

Ein von RENNER MORBACH vertretener Fotograf musste nicht zum ersten Mal feststellen, dass ein bekannter österreichische Künstler Fotografien von ihm unerlaubt für seine weltweit teuer vermarkten Arbeiten nutzte.

Bereits im Jahre 2015 fiel dem Fotografen zufällig auf, dass der Künstler ausgerechnet ein Portrait des verstorbenen Vaters des Fotografen als großflächiges Motiv eines Tierhaut-Bildes verwendete. Der österreichische Künstler wurde von RENNER MORBACH diesbezüglich wegen der Urheberrechtsverletzung abgemahnt. Darauf gab dieser eine strafbewehrte Unterlassungsverpflichtungserklärung ab und zahlte dem Fotografen unter anderem Schadensersatz.

Zur erneuten Überraschung des Fotografen musste dieser jedoch etwa ein Jahr später feststellen, dass der Künstler in den sozialen Netzwerken zwei ihm bekannt vorkommende Arbeiten zeigte, welche in Österreich und Spanien ausstellt wurden. Die gezeigten Exponate beruhten wieder auf Fotografien des Mandanten von RENNER MORBACH. Diesmal weigerte sich der Künstler jedoch, auf das erforderliche Abmahnschreiben eine vom Fotografen geforderte Unterlassungserklärung abzugeben. Der bekannte österreichische Künstler argumentierte jetzt über seine österreichischen Rechtsanwälte, er lasse sich von Bildern, die er im Internet finde, inspirieren. Seine Bilder würden jedoch von ihm handgemalt und würden sich unter anderem deshalb von den Werken des Fotografen massiv unterscheiden. Der bekannte Künstler hätte, so seine Rechtsanwälte, keine Urheberrechte des Fotografen verletzt.

Nach der erforderlichen Einleitung von gerichtlichen Schritten durch RENNER MORBACH wurde die Sache der Urheberrechtskammer des Landgerichts Köln zur Entscheidung vorgelegt. Die Kölner Richter sahen die Sache anders und verurteilten den österreichischen Künstler im Rahmen einer mittlerweile unanfechtbaren einstweiligen Verfügung, es insbesondere unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 EUR zu unterlassen, die hier interessierenden Lichtbilder des Fotografen ohne Erlaubnis zu vervielfältigen und öffentlich zugänglich zu machen (Landgericht Köln, Urteil vom 16.03.2017, Az. 14 O 1/17). Das Gericht machte in dem Urteil deutlich, dass es sich bei der Nutzung der zwei Lichtbilder des Fotografen durch den österreichischen Künstler um eine so genannte unfreie Bearbeitungen im Sinne des § 23 UrhG handelte. Denn die beiden verwendeten Originalbilder des Fotografen würden auch die zwei entsprechenden Bilder des österreichischen Künstlers prägen. Die unerlaubt von dem österreichischen Künstler verwendeten Lichtbilder wurden von diesem nicht derart weitreichend verändert, dass sie in Bezug auf die Originale unseres Mandanten eine eigene schöpferische Aussagekraft verfügten.

Fazit: Richtigerweise hat das Landgericht Köln festgestellt, dass es sich bei den Kunstwerken des bekannten österreichischen Künstlers  um Plagiate der Lichtbilder unseres Mandanten handelt. Denn die hier interessierenden Arbeiten des Österreichers sind entgegen der Argumentation von diesem keine selbständigen Werke im Sinne von § 24 UrhG. Wenn durch die Nutzung eines anderen Werks etwas Neues und Eigenständiges entsteht, dann wäre das urheberrechtlich über § 24 UrhG hinzunehmen. Nicht aber, wenn man –wie vorliegend- ein Werk lediglich umgestaltet nutzt und sich damit fremde Werke aneignet. Bei den hier interessierenden Nutzungen durch den österreichischen Künstler verblassen die persönlichen Züge der Originalwerke jedoch nicht. Vielmehr werden die hier interessierenden Arbeiten des Österreichers weiterhin durch die ausdruckstarken Fotoportraits unseres Mandanten beherrscht. Diese Arbeiten des bekannten österreichischen Künstlers  sind folglich Plagiate.

Als Experten auf dem Gebiet des Urheberrechts beraten und vertreten wir Sie kompetent und erfahren. Kommen Sie diesbezüglich gerne auf uns zu!

RA Burkhard Renner, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, RENNER MORBACH Rechtsanwälte

 

 

 

 

 

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