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Fotoklau: Schadensersatzhöhe Für Nicht-professionelles Sportwagenfoto
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Fotoklau: Schadensersatzhöhe für nicht-professionelles Sportwagenfoto

BGH wendet MFM-Tabelle trotz gewerblicher Nutzung bei Hobbyfotografen nicht an und spricht nur 200,00 Euro Schadensersatz zu.

Der Bundesgerichtshof (BGH) urteilte am 13.09.2018 über die Frage, ob die so genannte MFM-Tabelle (Die Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing, kurz MFM, ermittelt jährlich die aktuellen Honorare für Fotonutzungen in Deutschland) auch für den Fall einer professionellen Verwendung des Fotos eines Hobbyfotografen anwendbar ist.

Dem Urteil lag der Fall zu Grunde, dass der gewerbliche Nutzer das von einem nicht-professionellen Fotografen angefertigte Foto eines Sportwagens, welches dieser auf Facebook veröffentlicht hatte, unerlaubt bearbeitete und als Werbung für eine Veranstaltung auf seiner Website nutze.

Der Hobbyfotograf forderte unter anderem insgesamt 900,00 Euro Schadensersatz nach der MFM-Tabelle. Der BGH jedoch schloss sich der Vorinstanz an und sprach dem Hobbyfotografen lediglich 200,00 Euro als Lizenzschaden zu. Denn das sei im Gegensatz zur MFM-Tabelle der richtig taxierte Marktwert für dieses nicht-professionelle Foto. Die 200,00 Euro gliedern sich in 100,00 Euro für die unerlaubte Nutzung und weitere 100,00 Euro als 100% Zuschlag wegen nicht erfolgter Urhebernennung.

Fazit:

Das Urteil des BGH macht deutlich, dass die MFM-Tabelle bei Fällen von unerlaubter gewerblicher Nutzung von Fotos lediglich von Berufsfotografen als Grundlage herangezogen werden kann. Ansonsten dürften die Gerichte erhebliche Abschläge bei der Festsetzung des Lizenzschadens für nicht-professionelle Fotografen vornehmen. Der BGH hat jedoch im Übrigen den üblichen Unterlassungsstreitwert, der als Basis für die Berechnung der Rechtsverfolgungskosten dient, hier auch bei einem nicht-professionellen Foto bei 6.000,00 Euro belassen.

RA Burkhard Renner, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, RENNER MORBACH Rechtsanwälte

 

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