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Filesharing: Offensichtliche Fake-Abmahnung Durch „Thomas Taison Solicitors“ Aus Leeds/UK

Filesharing: Offensichtliche Fake-Abmahnung durch „Thomas Taison Solicitors“ aus Leeds/UK

RENNER MORBACH Rechtsanwälte gehen davon aus, dass es sich bei dem uns vorliegenden Abmahnschreiben im Namen der Hatscher productions Ltd. wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung um einen Betrugsversuch handeln könnte.

Von einem Mandanten wurde uns heute ein mit „Abmahnung“ überschriebenes Schriftstück zur Prüfung und Bearbeitung vorgelegt. Dieses stammt vorgeblich von einer englischen Anwaltskanzlei namens Thomas Taison Solicitors und fordert den Abgemahnten unter Beifügung einer vorformulierten Unterlassungserklärung zu einer Zahlung in Höhe von 270,00 Euro innerhalb von 10 Tagen auf.

Die angegebene Kanzlei ist jedoch ausweislich einer Internetrecherche gar nicht auffindbar. Das Schreiben enthält auch keine postalische Adresse des benannten Rechtsanwaltsbüros oder Angaben zu einer Homepage. Lediglich ein Postfach (PO Box) und eine so genannte Freemail-Adresse sind dem Briefkopf zu entnehmen.

Auch die in dem P2P-Abmahnschreiben bezeichnete Inhaberin der Rechte an dem abgemahnten Film, eine Hatscher productions Ltd., war für uns innerhalb einer summarischen Recherche nicht auffindbar.

Ferner wird die vorgeworfene Rechtsverletzung der öffentlichen Zugänglichmachung eines Filmes mit einem offensichtlich der Erwachsenenunterhaltung zuzuordnenden Titel auch nicht substantiiert dargelegt. Es fehlt neben einigen anderen Unstimmigkeiten die übliche Angabe einer IP-Adresse des ermittelten Anschlusses nebst der weiter detaillierten Darlegungen zum angeblichen Rechtsverstoß wie einem so genannten timestamp bezüglich der Ermittlungsdaten der behaupteten Rechtsverletzung. Auch wird nicht mitgeteilt, welches Gericht die Datensicherung und Auskunft im Rahmen des Auskunftsverfahrens unter welchem Aktenzeichen angeordnet hat.

Fazit: Nach alledem gehen wir nach unserer Prüfung davon aus, dass es sich hier um eine unseriöse Abmahnung handeln dürfte. Wir haben unserem Mandanten folglich geraten, keine Unterlassungserklärung abzugeben und auch keine Zahlungen zu leisten. Insbesondere auch deshalb, da unser Mandant weder an Internettauschbörsen teilnimmt, noch Anhaltspunkte bestehen, dass er bezüglich der Sicherung seines Anschlusses Sorgfaltspflichten verletzt haben könnte. Da jedoch nicht auszuschließen ist, dass sich hier jemand als Anwaltskanzlei ausgibt und mit fingierten Abmahnschreiben versucht wird, Zahlungen zu erlangen, sollte der Sachverhalt den Strafverfolgungsbehörden mitgeteilt werden. Im Namen unseres Mandanten werden wir folglich Strafanzeige wegen Betrugsversuchs bezüglich des vorgenannten Sachverhalts bei der Staatsanwaltschaft Köln erstatten.

RA Burkhard Renner, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

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